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Hochzeit Andrea + Sebastian Karl

Hochzeit von Andrea und Sebastian Karl
Ein kleiner Kaktus als Bild des Ehelebens

„Es gibt Leute, die haben einen so genannten Grünen Daumen“, ging Pfarrvikar Franz Pfeffer am Samstag in seiner Ansprache zur Hochzeit von Andrea und Sebastian Karl in der Vilzinger Expositurkirche St. Laurentius auf den Beruf des Bräutigams als Landschaftsgärtner ein und nutzte dieses Bild für den Vergleich eines Ehelebens mit einem Kaktus, der zwar viele Stacheln habe, aber eben auch wunderbare Blüten hervorbringe, wenn er richtig gepflegt wird. Solche Blüten wünschten dem jungen Ehepaar anschließend viele Freunde aus den Feuerwehren Hof und Vilzing, von der DJK Vilzing und den Schützen des Vereins „Lindenbaum Vilzing“, die ein langes Spalier bis auf die Treppe zur Kirche hinauf bildeten.
So voll ist die Kirche in Vilzing nicht oft, wie sie es am Samstagmittag war, als sich Andrea Karl, geborene Holzinger, und ihr Sebastian nun auch kirchlich trauen ließen. Als Traupriester hatten sie den früheren Kaplan von St. Jakob in Cham und jetzigen Pfarrvikar in Tegernheim bei Regensburg auserwählt, denn Andrea war dessen erste Oberministrantin und er hat auch heute noch ein recht freundschaftliches Verhältnis zum Brautpaar. So versicherte er, dass es für ihn eine große Ehre sei, die beiden „unter die Haube zu bringen“, zumal sie sehr gut zueinander passten. An diesem Tag solle aber aus ihrem Zweierbündnis ein Dreierbündnis werden, da Gott im Sakrament der Ehe mit einbezogen werde.
In seiner Ansprache bekannte Pfarrvikar Franz Pfeffer, dass er keinen Grünen Daumen habe – und Andrea Karl anscheinend auch nicht. Trotzdem wolle er den beiden ein „perfektes Blumengeschenk für eine Ehe“ mitgeben und er holte einen kleinen Kaktus hervor. Denn einerseits habe dieser Kaktus wunderschöne rote Blüten, die gerade aufgehen, andererseits „ekelhafte Stacheln“. So gebe es in einer Ehe wunderbare Tage, aber eben auch eklige Situationen. Die schönen Momente in ihrem bisherigen gemeinsamen Leben seien etwa das Zusammenkommen 2011 gewesen, die Zeit als Faschingsprinzenpaar in Chammünster, der Einzug in die gemeinsame Wohnung in Hof 2017 oder die Urlaube in ganz Europa. Das seien viele schöne gemeinsame Momente gewesen, die die Beziehung hätten aufblühen lassen. 
Damit solche Momente auch weiterhin entstehen, müsse man die Ehe pflegen wie einen Kaktus. Der brauche genügend Erde, ein bisschen Wasser und Dünger, Licht – und Glück bei der Pflege. Für die Brautleute bedeute dies, sie sollten sich immer wieder füreinander Zeit nehmen, „damit eure Liebe genug Erde hat und sich entfalten kann“. Wasser und Dünger seien das Gespür füreinander, damit man nicht ersäuft wird, aber auch genügend Zuneigung bekommt. Es brauche auch immer wieder lichte, besondere Momente in einer Ehe, die in den Alltag hineinstrahlen. Bei diesem Bemühen um eine funktionierende, glückliche Ehe seien die beiden aber nicht allein. Gott verspreche im Sakrament der Ehe, dass er sie dabei unterstützt, „dass er sich selbst an euch bindet und euch ein Leben lang begleitet“. 
„Dreht euch um“, forderte Franz Pfeffer nach seinen Worten die Brautleute auf, „seht sie euch an, die Menschen, die euch gern haben. Sie alle werden euch den Rücken stärken.“ Und dann sagte er noch, dass sie sich nun küssen dürften als Zeichen ihrer Liebe, auch wenn sie eigentlich ein ganzes Leben dazu Zeit haben. Und die beiden zeigten ihre Liebe deutlich. 
Nach dem Hochzeitsgottesdienst, den die Gruppe „Montana“ mit sehr gefühlvollem Gesang umrahmt hatte, wurde das Brautpaar vor der Laurentiuskirche von einem langen Spalier empfangen. Ganz oben, gleich vor dem Portal, hatten die Feuerwehren von Hof und Vilzing eine Schlauchspirale aufgebaut und die beiden Vorsitzenden, Florian Irrgang aus Hof und Helmut Mühlbauer aus Vilzing, bei der Andrea Karl lange Jugendwartin war, überreichten den überwältigten Eheleuten zu den guten Wünschen noch jeweils Präsente. Und dann standen schon lauter Turnkinder mit gelb-schwarzen DJK-Wimpeln in der Hand da und gratulierten ihrer Übungsleiterin im Jazzdance. Auch die Turndamen waren stark vertreten und dann reckten schon die DJK-Skifahrer, für die die Andrea viele Rennen bestritten hat und wo sie 2. Abteilungskassierin war, ihre Uralt-Skier in die Höhe und ließen die beiden in einem Reisregen verschwinden. Und schließlich hatten sich noch ein paar Vorstandsmitglieder der „Lindenbaumschützen Vilzing“ auf der Treppe postiert und Schützenmeister Max Panzer gratulierte seiner aktuellen Schützenliesl und aktiven Mannschaftsschützin Andrea und ihrem Sebastian von Herzen. 
Und dann flossen die Tränen der Rührung reichlich und es gab viele Umarmungen, als die Hochzeitsgäste nacheinander den jungen Eheleuten ihre guten Wünsche mit auf den Weg gaben, bevor sich die Karawane auf zum Luger nach Penting machte, wo es erst mal eine Stärkung gab, bevor die lange Hochzeitsfeier richtig los ging.

 

Freitag, 17. August 2018

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